Nach Schließung der ärztlichen Bereitschaftsdienstpraxis am Bürgerspital Einbeck zum 1. Februar 2026 durch die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen fordert die SPD-Kreistagsfraktion ein schnelles und entschlossenes Handeln des Landkreises Northeim.

„Die Entscheidung der kassenärztlichen Vereinigung ist ein schwerer Schlag für die Gesundheitsversorgung im Raum Einbeck“, erklärt der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Uwe Schwarz. „Wer Strukturen abbaut, darf die Menschen vor Ort nicht einfach mit den Folgen allein lassen.“

Aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktionen drohen durch die Schließung längere Wege für Patientinnen und Patienten, eine stärkere Belastung des Rettungsdienstes sowie eine zusätzliche weitere Überlastung der Notaufnahmen umliegender Krankenhäuser. Besonders betroffen seien ältere Menschen und in der Mobilität eingeschränkte Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum.

Die SPD-Kreistagsfraktion hat daher einen Antrag in den Kreistag eingebracht, mit dem die Einrichtung eines sogenannten Gemeindenotfall-Sanitäters für Einbeck geprüft und möglichst zeitnah umgesetzt werden soll. Dieses Modell sieht speziell qualifizierte Notfallsanitäter mit erweiterten Kompetenzen vor, die Hausbesuche durchführen, medizinische Ersteinschätzungen vornehmen und telemedizinisch ärztliche Rücksprache halten können.

Peter Traupe
Peter Traupe

„Wir können die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung nicht zurückdrehen. Aber wir können und müssen als kommunale Ebene Verantwortung übernehmen“, so Peter Traupe, Vorsitzender des Ausschusses für Soziales und Gesundheit. „Ein Gemeindenotfall-Sanitäter ist keine Konkurrenz zu Hausärzten, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Er sorgt für schnelle Hilfe, entlastet den Rettungsdienst und stärkt die Versorgungssicherheit.“

„Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum darf nicht weiter ausgedünnt werden“, betont die SPD-Kreistagsfraktion. „Wenn wir wollen, dass Menschen auch künftig gut und sicher in unserer Region leben können, dann müssen wir neue Wege gehen. Einbeck darf nicht abgehängt werden!“